Kreativitätstechniken
Kreativität ist besonders dann gefragt, wenn es um die Entwicklung neuer Lösungen geht, wenn sich die Umfeldbedingungen geändert haben und ein Unternehmen plötzlich vor völlig neuen Herausforderungen und Prolemen steht, für die es noch keine Lösungsstrategie gibt.

Die Anwendung von Kreativitätstechniken erleichtert das Finden unkonvetioneller Lösungen. Das Ergebnis eines Kreativitätsprozesses ist nur dann etwas wert, wenn ihm auch eine entsprechende Umsetzung folgt. Das kreative Potenzial von Mitarbeitern kann im Keim erstickt werden, wenn sie ihre Ideen niemals realisert sehen.

Bionik
Brainstorming
Synektik

Bionik

Eine Technik, mit der man schwierige technische Probleme, indem man sich das Wissen über die Biologie zunutze macht. Bionik wird auch gerne als eine interdisziplinäre Wissenschaft bezeichnet. Unmittelbar biologische Vorgänge werden auf ein vorliegendes Problem übertragen und daraus Lösungsmöglichkeiten abgeleitet.

Beispiele:

"Bodengeschwindigkeitsmesser" von Flugzeugen. Als biologische Analogie dazu diente die Wirkungsweise eines Käferauges.
Für die Herstellung von Papier, Pappe und Karton diente der Nestbau der Wespe als Vorbild.
Werkstoffsparende Konstruktionen optimaler Festigkeit haben zahlreiche Vorbilder in der Natur.
etc.

Vorgehen:

Funktionsweisen, Mechanismen, biologische Phänomene, Prozesse und Strukturen werden analysiert und erforscht, warum sie in welcher Weise wirken und in Analogie werden diese Erkenntnisse auf die Entwicklung von technischen Lösungen übertragen.

Eine wichtige Forderung der Bionik ist nicht das "Kopieren" von Details eines lebenden Systems, sondern die Betrachtung dieses Systems als Modell. Es ist die Frage zu stellen, warum die Dinge in der Natur so sind oder so reagieren, und daraus sind Schlussfolgerungen zu ziehen.

nach oben

Brainstorming

Wegen ihrer Einfachheit wohl die bekannteste und verbreitetste Kreativitätsmethode. Trotz Ihrer Einfachheit, bringt sie erstaunlich gute Ergebnisse in kurzer Zeit.

Vorgehen:
Ein Problem, eine Thema wird mehreren Personen gleichzeitg dargestellt. Verständnisfragen und eine kurze Diskussion sollen gewährleisten, dass das Problem, der Sachverhalt von allen verstanden wird. Daraufhin wird die Frage an die Teilnehmer formuliert , zu der alle ihre Ideen nennen sollen. Die Ideen werden auf einer, für alle TeilnehmerInnen lesbaren Schreibfläche, mit notiert.
Es werden völlig neue Ideen eingebracht, oder es werden zu bereits genannten Anregungen Ergänzungen oder Abwandlungen genannt. Je mehr Ideen umso besser, Quantität steht vor Qualität. Die Ideen werden gesammelt.

Regeln:

  • Jede Idee wird notiert.
  • Keine Beurteilung oder Diskussion der genannten Ideen während des Ideenfindungsprozesses. Meist sehr schwierig einzuhalten. Verlockung zur Diskussion ist sehr groß.
  • Auch Ideen, die nichts mit dem Thema zu tun haben, werden mitnotiert. Sie können ein Brainstorming, bei dem eine Tiefphase eingetreten ist, wieder beleben und der Auslöser für eine unkonventionelle Idee sein, die wieder mit dem Thema zu tun hat.
  • Auswertung der Ideen erfolgt im Anschluss an den Ideenfindungsprozess.

Möglichkeiten für das Sammeln der Ideen:

  • Moderator notiert auf Zuruf alle Ideen und Anregungen (bei vielen Ideen kann der Moderator mit dem Schreiben in Schwierigkeiten geraten)
  • Jeder Teilnehmer hat selbst Plakatstift und geht nach vor um seine Idee selbst auf dem Plakat zu notieren.
  • Jeder Teilnehmer bekommt Kärtchen und Plakatstift und schreibt jede seiner Ideen auf ein Kärtchen und heftet es an die Pin-Wand.
  • Tonbandmitschnitt (Es fehlt die Visualisierung der Ideen, Teilnehmer haben nicht den Blick auf Ideen die am Beginn eingebracht wurden. Tonband unterstützend einsetzen aber nicht ausschließlich.)

Organisatorisches:

  • Die Zeitdauer einer Brainstormingsitzung beträgt ca. 30 Minuten.
  • In der Einladung bereits darauf hinweisen, Teilnehmer können sich dann schon im voraus darauf einstimmen, bringen vielleicht schon viele Ideen mit.
  • Auf die Zusammensetzung der Gruppe achten. Notorische Kritiker, "Schwarzmaler", Besserwisser belasten das Gruppenklima.

nach oben

Synektik

Mit Hilfe von Analogien erfolgt eine schrittweise Verfremdung eines zu bearbeitenden Problems. Durch diesen sachlichen Abstand vom Problem und von bekannten Lösungen führt es zu einer neuen Pespektive und neuen Lösungsansätzen des Problems. Das Verfahren ist aufwändig und stellt hohe Anforderungen an den Moderator.

Vorgehen:
1. Schritt: Das Ziel dieses kreativen Prozesses wird kurz dargestellt. Z.B. Finden Sie eine Butter, die bei jeder Temperatur streichfähig ist und in der Sonne nicht schmilzt.
2. Schritt: Ein Experte erklärt dem Team das Problem im Detail. Die Problemstellung wird von der Gruppe diskutiert. Der Experte bleibt im Team. Es ist nicht notwendig, dass alle TeilnehmerInnen über dasselbe Expertenwissen verfügen.
3. Schritt: Spontane Lösungsvorschläge einzelner Teammitglieder werden notiert.
4. Schritt: Das bestehende Problem ist gründlich erörtert. Das Problem wird neu definiert.
5. Schritt: Erste direkte Analogien bilden. Es werden zum gestellten Problem Analogien aus anderen Bereichen gesucht. Wenn das Problem aus dem Bereich der Natur ist - Technik wählen oder umgekehrt. (Z.B. Temperaturverhalten Staufferfett, Hautcreme, ....) Die Analogiesuche erfolgt durch Brainstorming. nach Abschluss der Analogiephase wählt die Gruppe einen Begriff aus, der mit Problemdefinition in sinnhaftem Zusammenhang steht.
6. Schritt: Persönliche Analogien bilden. Der ausgewählte Begriff wird von der Gruppe aufgegriffen und es werden persönliche Analogien dazu gebildet. "Wie fühle ich mich als...." Die Teilnehmer beschreiben dies in 10-20 Zeilen. Gefühle werden als Tatsachen formuliert. Jeder Teilnehmer teilt seine Beschreibung den anderen mit. Der Moderator notiert signifikante Gefühle mit. Die Gruppe entscheidet sich wiederum für ein Gefühl, das mit dem gewählten Begriff aus Schritt 5 einen sinnhaften Zusammenhang bildet.
7. Schritt: Symbolische Analogie: Zum ausgewählten Gefühl von Schritt 6 werden nun "paradoxe" Buchtiteln kreiert. Z.B. zum Gefühl "aufgewühlt" der Buchtitel "Meeresbrandung"
8. Schritt: Zweite direkte Analogie: Die zweite direkte Analogie wird aus einem anderen Bereich als der Technik (Schritt 5) abgeleitet. "Meeresbrandung" - "Schaumschläger", "Sodawasser"
9. Schritt: Beschreibung und Projektion: Jeder Teilnehmer wählt eine Analogie aus Schritt 8 aus und beschreibt diese umfassend. Die Beschreibung erfolgt in einer Form, als ob man es einem 4-jährigen Kind erklären würde. (ca. 5 Minuten) Anschließend stellt jeder Teilnehmer seine Beschreibung der Gruppe vor.
10. Schritt: Rückprojektion. Die Teilnehmer hören der Beschreibung zu und stellen eine Verbindung zum dargestellten Problem aus Schritt 4 her. Diese Gedanken werden veröffentlicht und von der Gruppe vorerst in Brainstorming gesammelt und anschließend unter der Fragestellung "Was hat diese Beschreibung mit unserer Poblemstellung zu tun?" diskutiert.
11. Schritt: Zusammenfassung. Die Gruppe erstellt eine Liste von Ideen und Lösungsansätzen zu der gestellten Aufgabe.

Regeln:

  • Regeln des Brainstormings sinngemäß anwenden.
  • Auftraggeber und Moderator müssen das Problem genauestens vorbereiten.
  • Die Teilenhemer sollten die Methode zumindest schon mal geübt haben.
  • Das Unternehmensumfeld und die Entscheidungsträger müssen die Vorgehensweise und Ergebnisse der Synektik akzeptieren.

Organisatorisches

  • Größe der Gruppe = zwei bis sechs Personen
  • Dauer, je nach Komplexität 2 Stunden

nach oben

Literatur zum Thema:

Heinz Hoffmann, "Kreativitätstechniken für Manager", Verlag Moderne Industrie, Landsberg
Norbert Freitag, Heinz Kaniowsky, "Das Arbeiten mit kreativen Methoden", Schriftenreihe des Wirtschaftsförderungsinstitutes, Wien

© DI Gisela Zechner - Training & Coaching

zurück

Kontakt: life-science Karriere Services, E-Mail: web@life-science.eu, T: +43-(0)699-11160018, Wien, Vienna | Impressum | Datenschutz